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In allen Sprachen zum Finale

Frankfurt am Main, 03. Juli 2018. Nach dem Scheitern der deutschen Mannschaft bei der Fußball-WM in Russland können die Fans hierzulande nun ganz entspannt mit den anderen Nationen jubeln und zittern. Dabei hilft ein spezieller Fußball-Sprachführer, den der Verband der Konferenzdolmetscher (VKD) im BDÜ e.V. entwickelt hat. Damit lassen sich ganz leicht die Spiele der anderen Teams kommentieren – und zwar in deren Sprachen. Für die über 550 Mitglieder des VKD, von denen viele auch bei Sportveranstaltungen im Einsatz sind, gehört dies zum Berufsalltag.

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Ob „Freistoß“, „Pfosten“ oder „Tor“: Der Fußball-Sprachführer des VKD, der auf der Website des Verbands unter www.vkd.bdue.de zu finden ist, liefert die Übersetzungen der wichtigsten Begriffe und Redewendungen aus der Welt des Fußballs in allen Sprachen der WM-Teilnehmer. Bis zum großen Finale am 15. Juli in Moskau ist er damit der ideale Begleiter für alle Fußball-Fans – von denen wohl die meisten das Geschehen auf dem Platz nach Herzenslust kommentieren.

Das ist bei Marten Henschel nicht anderes. Einziger Unterscheid: Er macht das beruflich. Henschel ist Konferenzdolmetscher und gehört damit zu den Menschen, die die Zuschauer am Bildschirm hören, wenn Spieler und Trainer über Taktik, Siege und Niederlagen fachsimpeln. Bereits seit mehr als 20 Jahren dolmetscht er mit den Sprachen Deutsch, Portugiesisch und brasilianisches Portugiesisch und war bereits bei einigen Welt- und Europameisterschaften im Einsatz. In Russland wird Henschel jedoch nicht in den Stadien vor Ort sein, sondern aus der gemeinsamen Sendezentrale von ARD und ZDF in Baden-Baden zugeschaltet werden. Dabei ist gute Vorbereitung Pflicht. „Ich bereite mich mit der heimischen Tagespresse und diversen Sonderpublikationen auf die Spiele vor“, sagt Henschel. „Und natürlich lese und höre ich, was die Presse in Portugal und Brasilien über die Spiele ihrer Mannschaften berichtet.“

Bei den Dolmetscheinsätzen vor, während und nach den Spielen sind dann vor allem Tempo und Timing eine große Herausforderung. „Ein Dolmetscher muss topfit sein. Nach manchmal dramatischen 90 oder 120 Minuten muss er dann die kurze Interviewsequenz gut übermitteln“, sagt Henschel. „Außerdem sollte er sehr schnell sein. Meist stellt ja ein Interviewer die Fragen in der Landesprache des Spielers und diese müssen dann, ebenso wie die Antworten des Spielers, verdolmetscht werden.“ Und die Übertragung muss eine Punktlandung sein. „Niemand will doch den Dolmetscher noch hören, wenn das Bild bereits weggeschaltet ist“, weiß Henschel.

Zur Professionalität des Dolmetschens gehört für Henschel auch unbedingt Loyalität. Als vor Jahren bei der Weltmeisterschaft in Deutschland der Fußballspieler Pelé in der Nervosität einmal fälschlicherweise antwortete, dass die Halbfinalisten Deutschland, Portugal und Frankreich bereits einmal Weltmeister gewesen seien, entschärfte Henschel die Aussage von sich aus indem er sagte, dass alle, bis auf Portugal, schließlich schon einmal den Weltmeistertitel gewonnen hätten. „Das ist für mich selbstverständlich, dass ich solche Flüchtigkeitsfehler von mir aus korrigiere.“


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